Im Raum Sønderborg leistet die Fernwärme mehr als nur das Heizen von Wohnhäusern – sie ermöglicht Sektorkopplung, stärkt lokale Unternehmen und senkt die CO₂-Emissionen in der gesamten Region.

68 %

Reduktion der CO₂-Emissionen in der Fernwärme Sønderborgs von 2007 bis 2024

75 %

75 % der Fernwärme in Sønderborg stammen aus erneuerbaren Energien – mit dem Ziel von 100 %

Ein zirkulärer Wärmefluss

Im gesamten Raum Sønderborg bilden die Fernwärmeleitungen ein unterirdisches Netz, das die Gemeinschaft über eine Vielzahl grüner Energiequellen miteinander verbindet.

Großwärmepumpen, Biomasseanlagen sowie Abwärme aus Supermärkten, der Müllverbrennung und sogar dem Krankenhaus fließen in dieses gemeinsame System ein.

Durch das Zirkulieren und Teilen von Energie auf diese Weise reduziert Sønderborg Energieverluste, senkt die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und versorgt die Bürger*innen mit einer zuverlässigen, CO₂-armen Wärmeversorgung.

Dank der Bemühungen der lokalen Versorgungsunternehmen, fossile Brennstoffe durch grünere Alternativen zu ersetzen, sind die CO₂-Emissionen der Fernwärme in Sønderborg heute um 68 % niedriger als im Jahr 2007.

Was hat zu den Ergebnissen geführt?

Auf dem Weg zu CO₂-neutraler Wärme

Heute wird die Fernwärme aus einem vielfältigen Mix von Energiequellen erzeugt, darunter Solarthermie, Wärmepumpen und Abwärme aus der Industrie. Zusätzlich stammt Wärme aus der Müllverbrennung und aus Biomasse, insbesondere Stroh von dänischen Landwirt*innen sowie Holzhackschnitzeln und Pellets aus der umliegenden Region. Erdgas macht inzwischen weniger als 10 % aus und wird nur bei Spitzenlasten eingesetzt, um die Versorgung zu sichern und die Kosten niedrig zu halten.

Das Ergebnis: Eine Bewohner*in in Sønderborg, die ein 125 m² großes Haus mit Fernwärme beheizt, verursacht heute nur noch 361 kg CO₂ pro Jahr – 87 % weniger als die 2.900 kg, die eine Gasheizung ausstößt.

Mit Blick nach vorn gibt es klare Pläne, Erdgas vollständig auszuschließen. In den kommenden Jahren werden neue Großwärmepumpen und ein Elektroheizkessel in das System integriert – und schon bald können die Bürger*innen Sønderborgs eine 100 % grüne Wärmeversorgung nutzen.

Abwärme ist ein gutes Geschäft

Stell dir vor, du kochst eine Tasse Tee. Während das Wasser kocht, steigt Dampf auf und entweicht in die Luft. Stell dir nun vor, du fängst diesen Dampf auf, nutzt ihn, um eine weitere Portion Wasser zu erhitzen, speicherst die Wärme und leitest sie an einem kalten Tag in deinen Heizkörper. Genau so hast du dein Zuhause erwärmt, ohne fossile Brennstoffe zu nutzen und ohne zusätzliches CO₂ in die Atmosphäre freizusetzen.

Genau so funktioniert Abwärme in einem Fernwärmesystem: Man fängt etwas ein, das sonst verloren ginge, und macht daraus eine wertvolle Ressource.

Ein Supermarkt, der seine Waren kühlt, ein Krankenhaus mit einem MRT-Gerät oder eine Ziegelei, die Ziegel bei hohen Temperaturen brennt – all diese Prozesse erzeugen Abwärme. Idealerweise wird diese Wärme zunächst im Unternehmen selbst genutzt, und überschüssige Wärme wird anschließend in das Fernwärmenetz eingespeist, um Wohnungen, Büros und öffentliche Gebäude zu beheizen.

Für Unternehmen im Fernwärmegebiet bietet dies eine attraktive Möglichkeit, CO₂-Emissionen zu senken, ihr grünes Profil zu stärken und durch Energieeinsparungen einen überzeugenden wirtschaftlichen Nutzen zu erzielen.

Zusammenarbeit treibt den Ausbau voran

Fünf Dörfer im Raum Sønderborg hatten bislang keine Fernwärme. Ein Projekt mit dem Namen Ledning Vest ändert das nun. Bürger*innen, Unternehmen und das lokale Versorgungsunternehmen haben sich zusammengeschlossen, um das Netz auf potenziell 1.600 Haushalte sowie den großen Schlachthof Danish Crown auszuweiten.

Ein zentrales Element des Projekts ist eine neue elektrische Großwärmepumpe, die in Kombination mit einem großen Wassertank zeigt, wie moderne Fernwärme nicht nur Wärme liefert, sondern auch zur Stabilisierung des Stromsystems beiträgt.

Der Wassertank fungiert als riesige Wärmespeicherbatterie: Wenn viel grüner Strom aus Solar- und Windenergie im Netz verfügbar ist, erhitzt die Wärmepumpe das Wasser und speichert die Wärme im Tank. Ändern sich die Wetterbedingungen, kann die gespeicherte Wärme direkt in das Fernwärmenetz eingespeist werden.

Ledning Vest basiert auf enger Zusammenarbeit und gegenseitigem Vertrauen aller Beteiligten. Das Projekt zeigt, wie Fernwärme lokal ausgebaut werden kann, um die Energieversorgungssicherheit zu stärken, die Stabilität des Stromnetzes zu unterstützen und die Bewohner*innen zuverlässig mit Wärme zu versorgen.

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