Das Krankenhaus in Sønderborg hat Erdgas abgeschafft und stattdessen zwei hochmoderne Wärmepumpen in Betrieb genommen. Dadurch reduziert sich der CO₂-Ausstoß des Krankenhauses, das Raumklima verbessert sich, und gleichzeitig wird überschüssige Wärme in das lokale Fernwärmenetz eingespeist. Eine einfache Lösung mit großem globalem Potenzial.
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Das grüne Gesundheitswesen der Zukunft
Das Krankenhaus in Sønderborg geht bei der grünen Transformation des Gesundheitssektors voran, indem es alte Gaskessel durch moderne, energieeffiziente Wärmepumpen ersetzt.
Das innovative System liefert nicht nur Kühlung für die Krankenhausausrüstung. Es ermöglicht auch die Nutzung von Überschusswärme, die nicht nur 91 % des Wärmebedarfs des Krankenhauses deckt, sondern auch zum lokalen Fernwärmenetz beiträgt.
Darüber hinaus ermöglichen die Wärmepumpen eine Komfortkühlung, die das Raumklima für Patienten und Personal verbessert.
Mit dem Wechsel von Gas auf Strom reduziert das Krankenhaus seinen CO₂-Fußabdruck und präsentiert gleichzeitig ein skalierbares Modell, das Krankenhäuser weltweit inspirieren kann.
Hinter den Ergebnissen
Warum Wärmepumpen und Krankenhäuser das perfekte Match sind
Haben Sie schon einmal bemerkt, dass die Rückseite Ihres Kühlschranks warm ist? Wenn etwas gekühlt wird, wird die entzogene Wärme an anderer Stelle abgegeben – das nennt man Überschusswärme.
Die neuen Wärmepumpen im Krankenhaus Sønderborg funktionieren nach demselben Prinzip. Wenn sie kühlen, entsteht Wärme, die nun aufgefangen und genutzt werden kann.
Dieser Mechanismus birgt ein großes Potenzial in Gebäuden, die sowohl Wärme als auch Kühlung benötigen – wie etwa Krankenhäuser. Krankenhäuser nutzen Wärme für Patientenzimmer, Büros und Warmwasser sowie Kühlung für medizinische Scanner, technische Geräte und Operationssäle.
Durch die Nutzung sowohl der Überschusswärme als auch der Kühlung optimiert das Krankenhaus seine Energieeffizienz über alle Prozesse hinweg.
Von Abfall zur Gemeinschaftsressource
Eines der bemerkenswertesten Elemente des Projekts ist die Fähigkeit, überschüssige Wärme aufzufangen und wiederzuverwenden. Früher ging diese Wärme verloren – jetzt wird sie im Krankenhaus zurückgeführt. Das bedeutet, dass inzwischen ganze 91 % des Wärmebedarfs des Krankenhauses durch Überschusswärme gedeckt werden und der Zukauf von Fernwärme nur in den kältesten Wintermonaten erforderlich ist.
In einigen Monaten produziert das Krankenhaus sogar mehr Überschusswärme, als es selbst nutzen kann – und die zusätzliche Wärme wird in das lokale Fernwärmenetz eingespeist und trägt zur Beheizung privater Haushalte in Sønderborg bei.
Das System wird voraussichtlich jährlich 15.800 MWh Überschusswärme in das Fernwärmenetz einspeisen – was dem Wärmebedarf von etwa 877 dänischen Haushalten entspricht.
Damit fungiert das Krankenhaus in Sønderborg sowohl als Energieverbraucher als auch als Energielieferant und demonstriert das Potenzial der Sektorkopplung.
Ein Drehbuch für Krankenhäuser weltweit
Die Nutzung der überschüssigen Wärme, die früher verloren ging, bedeutet, dass der Bedarf an zugekaufter Energie deutlich reduziert wird. Rechnet man zudem die Wärme hinzu, die in das lokale Fernwärmenetz eingespeist wird, trägt das Krankenhaus Sønderborg dazu bei, dass die gesamte Wärmeproduktion im Raum Sønderborg um 28.300 MWh pro Jahr sinkt.
Mit anderen Worten: Das Projekt ist mehr als nur eine Modernisierung des Krankenhauses – es ist ein Drehbuch dafür, wie große Institutionen aktiv zu einer nachhaltigeren Zukunft beitragen können.
Das Krankenhaus Südjütland in Sønderborg ist ein starkes Beispiel dafür, wie alle Sektoren eine aktive Rolle in der grünen Transformation spielen können. Das neue Wärmepumpensystem des Krankenhauses ist nicht nur ein Gewinn für Sønderborg – es ist auch skalierbar und damit eine realistische Lösung für Krankenhäuser und andere große Institutionen weltweit.