Was ist ProjectZero?

ProjectZero ist die Vision eines CO₂-neutralen Energiesystems im Raum Sønderborg bis 2029. Die Initiative begann 2007 als öffentlich-private Partnerschaft zwischen der Gemeinde Sønderborg und der Bitten & Mads Clausen Stiftung.

Die Roadmap wird jährlich aktualisiert und beschreibt den Weg zum Ziel durch die Zusammenarbeit von Bürger*innen, Unternehmen, Energieversorgern und weiteren Interessengruppen.

Im Mittelpunkt der Initiative steht die Energieeffizienz. „Die beste Energie ist die Energie, die wir nicht verbrauchen“, wie wir sagen.

Die Arbeit mit Energieeffizienz ist heute wichtiger denn je. Neben der Reduzierung von CO₂-Emissionen trägt sie dazu bei, eine Energieversorgung sicherzustellen, die stabil, weniger abhängig von externen Faktoren und wirtschaftlich tragfähig für Bürger*innen und Unternehmen ist.

Sønderborgs grüne Transformation soll die Position der Region im Bereich Energietechnologie stärken, Wachstum schaffen und Lösungen entwickeln, die andere Städte zu einer ähnlichen Entwicklung inspirieren können.

Kann man euch besuchen?

Ja! Jedes Jahr empfangen ProjectZero und die Region Sønderborg Delegationen aus der ganzen Welt.

Unsere wichtigste Zielgruppe sind Entscheidungsträger*innen aus anderen Städten, die Inspiration für ihre eigene grüne Transformation suchen.

Kontaktieren Sie uns unter visit@projectzero.dk, um mehr über die Möglichkeiten zu erfahren – oder entdeckt unsere Lösungen online.

Wie nah seid ihr an einem CO₂-neutralen Energiesystem?

Der Raum Sønderborg hat seine energiebedingten CO₂-Emissionen seit 2007 um 75 % reduziert.

Im Jahr 2007 beliefen sich die jährlichen Emissionen auf 700.000 Tonnen CO₂. Heute müssen nur noch rund 173.000 Tonnen reduziert werden, um das Ziel für 2029 zu erreichen.

Der nächste Energie- und CO₂-Bilanz wird im Juli 2026 veröffentlicht.

Woher stammt die CO₂-Reduktion um 75 %?

Die Reduzierung um 75 % seit 2007 ist das Ergebnis umfassender Maßnahmen im gesamten Energiesystem. Insgesamt basiert die Entwicklung auf unserem Ansatz, den Energieverbrauch zu senken, Energie wiederzuverwenden und auf erneuerbare Energiequellen umzusteigen.

Die Maßnahmen wurden in unseren vier Schwerpunktbereichen umgesetzt: Gebäude, Verkehr, Industrie und Energieerzeugung.

Konkret werden die Reduktionen unter anderem erreicht durch:

  • die Elektrifizierung des Verkehrs
  • ein Fernwärmesystem mit deutlich mehr erneuerbarer Energie
  • Unternehmen, die ihre Produktionsprozesse umstellen und energieeffizienter gestalten
  • Bürger*innen, die Öl- und Gasheizungen durch Fernwärme und Wärmepumpen ersetzen

Weitere Details findest du in unserer aktuellen Energie- und CO₂-Bilanz.

Woher sollen die letzten 25 % kommen?

Die verbleibenden 25 % sollen durch weitere Maßnahmen in den Bereichen erreicht werden, auf die wir uns bereits konzentrieren – Gebäude, Verkehr, Industrie und Energieerzeugung. Dabei setzen wir auf eine Kombination aus zusätzlicher grüner Energieproduktion und einer weiteren Reduzierung fossiler Energieträger.

Da der Gasverbrauch in Sønderborg sinkt, kann ein größerer Anteil des lokal produzierten Biogases in das dänische Gasnetz eingespeist werden. Dadurch werden Emissionen an anderer Stelle in Dänemark reduziert und ein Teil der fossilen Emissionen im Verkehrssektor kompensiert. Obwohl die Elektrifizierung – insbesondere bei Pkw – schnell voranschreitet, werden auch nach 2029 noch fossil betriebene Autos und Lkw auf den Straßen unterwegs sein.

Wer erstellt die CO₂-Berichte?

Die CO₂-Berichte für den Raum Sønderborg werden von der unabhängigen Beratungsgesellschaft Ea Energianalyse erstellt. Dadurch wird eine unabhängige und fachlich fundierte Bewertung der Entwicklung sichergestellt.

Die Berichte basieren sowohl auf nationalen Statistiken als auch auf lokalen Daten.

Wie arbeitet ProjectZero?

ProjectZero koordiniert den Transformationsprozess, bringt Akteure zusammen und fördert die Zusammenarbeit zwischen Kommune, Unternehmen und Bürger*innen. Wir übersetzen Ziele in konkrete Maßnahmen, verfolgen die Fortschritte und machen die Ergebnisse sichtbar.

Gleichzeitig arbeiten wir aktiv mit Kommunikation und Wissensaustausch – sowohl lokal, wo wir Bürger*innen und Unternehmen in die Transformation einbinden, als auch international, wo wir unsere Erfahrungen mit Städten, Organisationen und Entscheidungsträgerinnen aus aller Welt teilen.

Unsere Arbeit basiert auf einem Masterplan mit Fokus auf Gebäude, Verkehr, Industrie und Energieerzeugung. Für jeden dieser vier Bereiche gibt es konkrete CO₂-Reduktionsziele, und zahlreiche lokale Akteure engagieren sich in speziellen Arbeitsgruppen innerhalb der einzelnen Sektoren.

Was bedeutet es, dass Sønderborg eine EU Mission City ist?

Sønderborg ist eine von 112 ambitionierten EU Mission Cities, die ausgewählt wurden, um beim Ziel der Klimaneutralität bis 2030 voranzugehen und den Weg dafür zu ebnen, dass alle europäischen Städte dieses Ziel bis 2050 erreichen können.

Als Mission City ist Sønderborg Teil eines starken europäischen Netzwerks, in dem Städte Erfahrungen austauschen, neue Lösungen entwickeln und sich gegenseitig inspirieren.

Dänemark wird durch drei Mission Cities vertreten: Aarhus, Copenhagen und Sønderborg.

Um unsere Erfahrungen und Lösungen mit anderen Städten zu teilen, hat Sønderborg ein Schaufenster für Klimalösungen aufgebaut – sowohl vor Ort als auch digital. Jedes Jahr empfangen wir internationale Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, Fachleute und Journalistinnen und Journalisten, die unsere Lösungen aus erster Hand erleben und hoffentlich ähnliche Lösungen in ihren eigenen Städten umsetzen möchten.

Was bedeutet ein CO₂-neutrales Energiesystem?

Das Energiesystem umfasst die gesamte Energie, die in der Kommune Sønderborg verbraucht und produziert wird.

Ein CO₂-neutrales Energiesystem bedeutet, dass wir:

  • den Energieverbrauch reduzieren
  • fossile Brennstoffe durch erneuerbare Energien ersetzen
  • die verbleibenden Emissionen kompensieren, beispielsweise durch den Export von Biogas

Das Ziel ist ein ausgewogenes Energiesystem, das nicht zur globalen Erwärmung beiträgt.

Warum konzentriert ihr euch ausschließlich auf das Energiesystem?

Als ProjectZero im Jahr 2007 gegründet wurde, steckte die Klimadebatte noch in den Anfängen. Von Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Emissionen war damals kaum die Rede, doch schon zu dieser Zeit war klar, dass der Energieverbrauch eine der größten Quellen von CO₂-Emissionen ist.

Gleichzeitig verfügt Sønderborg über starke Kompetenzen im Bereich Energietechnologie, weshalb es naheliegend war, sich auf einen Bereich zu konzentrieren, in dem bereits viele Lösungen vorhanden waren.

Heute ist die Arbeit von ProjectZero relevanter denn je: Bis zu 90 % der weltweiten Emissionen stehen direkt oder indirekt mit Energie in Verbindung. Deshalb bleibt das Energiesystem der wichtigste Hebel zur Reduzierung von CO₂-Emissionen.

Macht das, was Sønderborg tut, wirklich einen Unterschied?

Absolut. Der Klimawandel ist keine Frage mehr, ob er stattfindet oder nicht – er findet bereits statt. Jedes Mal, wenn wir uns für eine grüne statt für eine fossile Lösung entscheiden, tragen wir dazu bei, die Folgen zu begrenzen. Jede Reduktion zählt.

Rund 70 % der weltweiten CO₂-Emissionen stammen aus Städten – vor allem durch den Energieverbrauch. Deshalb macht es einen Unterschied, wenn eine Stadt wie Sønderborg zeigt, wie ein Energiesystem CO₂-neutral werden kann.

Natürlich sind unsere eigenen Reduktionen im globalen Maßstab klein – aber unsere Lösungen lassen sich übertragen. Deshalb arbeiten wir aktiv daran, unsere Erfahrungen international zu teilen.

Braucht der Planet nicht CO₂?

Doch. CO₂ ist ein natürlicher Bestandteil der Atmosphäre und lebensnotwendig für das Leben auf der Erde.

Das Problem ist, dass die Konzentration von CO₂ und anderen Treibhausgasen zu hoch geworden ist.

Wenn wir Kohle, Öl und Gas verbrennen, setzen wir zusätzliches CO₂ in die Atmosphäre frei, das sonst im Boden gespeichert geblieben wäre. Es geht also um das richtige Gleichgewicht.

CO₂ wirkt wie eine Decke um die Erde und hält Wärme zurück. Je dicker diese Decke wird, desto stärker steigen die Temperaturen.

Die Folgen steigender Temperaturen sind weltweit spürbar. Menschen auf der ganzen Welt erleben häufiger Hitzewellen, Überschwemmungen, stärkere Stürme und steigende Meeresspiegel.

Klimaschutz bedeutet daher nicht, sämtliches CO₂ zu entfernen – sondern das Gleichgewicht wiederherzustellen.