Obwohl viele Dän*innen sich einig sind, dass wir mehr erneuerbare Energien brauchen, sind neue Windkraft- oder Solarprojekte dennoch häufig mit lokalen Protesten verbunden, sobald es um die Standortwahl geht.
In der Region Sonderburg begrüßt man diese Proteste und erkennt an, dass sie auf einer Reihe berechtigter Anliegen beruhen – Anliegen, die weit über die Frage der Aussicht hinausgehen. Die Kommune Sonderburg hat daher ein Modell zur frühzeitigen Einbindung von Bürger*innen entwickelt. Tatsächlich trifft die Kommune keine Entscheidung über einen Antrag eines Energieunternehmens, bevor die Bürger*innen im betroffenen Gebiet nicht vier bis fünf Monate Zeit hatten, gemeinsam mit dem Antragsteller und der Kommune einen gemeinsamen Plan für die Region zu erarbeiten.
Zunächst findet eine Bürger*innenversammlung für das gesamte Gebiet statt. Danach meldet sich eine Gruppe lokaler Vertreter*innen, die an mehreren Dialogveranstaltungen teilnehmen – mit dem Fokus auf den Fragen, Bedenken und Wünschen der Bürger*innen zum Projekt. Nach den Dialogtreffen wird die gesamte Region erneut zu einer Bürger*innenversammlung eingeladen, bei der das Projekt noch einmal vorgestellt wird – diesmal mit dem deutlichen Einfluss der Bürger*innen.
Dieses Modell wurde bereits bei Projekten in Lavensby, Vester Sottrup und Pøl angewendet.
So basiert jedes Energieprojekt auf den besonderen Merkmalen des jeweiligen Gebiets und entsteht in enger Zusammenarbeit zwischen der lokalen Gemeinschaft, dem Energieunternehmen und der Kommune Sonderburg.
Wenn wir die Menge an erneuerbarer Energie vervierfachen, werden Solaranlagen nur etwa 0,2 Prozent der Fläche Dänemarks einnehmen.
Das entspricht rund 75 Prozent der Fläche, die derzeit für Golfplätze genutzt wird.
Grüne Energie im Einklang mit Natur und Gemeinschaft
Der Ansatz, Bürger*innen aktiv in die Projektentwicklung einzubeziehen, führt nicht nur zu einer lokaleren Gemeinschaft, die den Plänen offener gegenübersteht – er verleiht dem gesamten Projekt auch einen spürbaren Mehrwert.
Das tiefe Wissen der Bürger*innen über ihr eigenes Umfeld sorgt dafür, dass das Projekt an die einzigartige Natur, Tierwelt und Bevölkerung des Gebiets angepasst wird.
Es ist wichtig, dass die Region vom neuen nachbarschaftlichen Verhältnis profitiert – sowohl in Bezug auf Entwicklung als auch auf zusätzlichen Nutzen.
Das kann zum Beispiel die energetische Sanierung des Gemeindehauses sein, neue Ausrüstung für den örtlichen Handballverein, ein neues Vereinsheim oder Unterstützung für gemeinschaftlich genutzte Flächen.
Oder stellen Sie sich einen Radweg vor, der sich durch die Solaranlage schlängelt, einen neu gepflanzten Wald oder Blumenwiesen voller Bienen und Schmetterlinge. Oder Nisthilfen für Vögel, kleine Teiche und Wasserstellen, die Lebensräume für Amphibien, Vögel und Insekten schaffen.
Dies sind konkrete Beispiele für Umweltmaßnahmen, die von Einwohner*innen aus Sonderburg in die Planungen neuer lokaler Solaranlagen eingebracht wurden.
Die kommenden Solar- und Windkraftanlagen tragen sowohl zum nationalen Ziel bei, die erneuerbare Energie auf dem Land bis 2030 zu vervierfachen, als auch zum Ziel der Region Sonderburg, bis 2029 eine CO₂-neutrale Energieversorgung zu erreichen.